Werbung, Spam und Viren

aktualisiert am 10. Dezember 2019

Das Internet ist mittlerweile kaum noch wegzudenken. Laut der ARD/ZDF-Onlinestudie nutzen allein in Deutschland 62,4 Millionen Menschen mindestens gelegentlich das Internet. 50,2 Millionen davon sind sogar täglich im Netz unterwegs. 1Aus „Entwicklung der Onlinenutzung in Deutschland 1997 bis 2017“ von ARD und ZDF, abrufbar unter http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/onlinenutzung/entwicklung-der-onlinenutzung/ Interessant wird dieses Massenmedium aber erst durch die zahlreichen Dienste, die in vielen Fällen kostenlos angeboten werden. Von E-Mail und sozialen Netzwerken über Nachrichtenportale und Online-Lexika bis hin zu Video- und Musikstreamingdiensten.

 

Doch die Bereitstellung der Infrastruktur, die für die Dienste benötigt wird, kostet Geld. Die Rechenzentren, Internetleitungen und natürlich die Mitarbeiter müssen bezahlt werden. Um all das zu finanzieren, schalten viele Anbieter Werbung im Internet. Die Nutzer bezahlen für die Dienste also nicht mit Geld, allerdings mit ihrer Aufmerksamkeit und – so einige Kritiker – mit ihren Daten. Anders als in klassischen Medien wie Fernsehen oder Zeitung, in denen die Werbung in der Regel von anderen Institutionen wie den Landesmedienanstalten überwacht wird, gibt es im Internet auch Werbung, die frei von jeglicher Kontrolle falsche Informationen enthalten kann, mit illegalen Mitteln zum Kauf anregt oder sogar mit schädlichem Code den Computer manipulieren könnte.

Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Unternehmen im Netz Werbung schalten, woran Sie Anzeigen erkennen und wie Sie sich vor Spam und Viren schützen können.

Werbung

Ein Großteil des Internet ist nur frei verfügbar, weil Werbeanzeigen verkauft und den Nutzern eines Dienstes angezeigt werden. Deshalb sprechen einige Datenschützer auch davon, dass die Nutzer kostenloser Dienste tatsächlich mit ihren Daten bezahlen würden. Der Verkauf von Werbeanzeigen ist für die meisten Anbieter wohl die wichtigste Erlösquelle. Dadurch, dass den Anbietern viele Nutzerdaten zur Verfügung stehen, können sie den Werbetreibenden ein zielgruppengenaues Einblenden von Werbung anbieten. 2Aus „Der Preis des kostenlosen“ von Helena Wenninger, Thomas Widjaja, Peter Buxmann und Jin Gerlach, abrufbar unter https://link.springer.com/article/10.1365/s35764-012-0189-8 Die größten Anbieter für Werbeanzeigen im Internet sind Facebook und Google mit der Tochtergesellschaft YouTube.

Jeder im Netz wird einer Anzeige eines solchen Unternehmens höchstwahrscheinlich schon einmal begegnet sein:

  • In der Google-Suche: Bei werberelevanten Themen schalten Unternehmen gerne Werbung, um sich von den anderen Suchergebnissen abzugrenzen und in der Suche nach bestimmten Stichwörtern oder Themen ganz oben gelistet zu werden. Diese Einträge müssen allerdings auch mit „Anzeige“ sichtbar ausgezeichnet sein, damit Nutzer diese auf einen Blick von den anderen Suchergebnissen unterscheiden können. 3Aus „Werbung im Internet: Was sie darf und was nicht“ (18.08.2017) von Joerg Heidrich / c’t Magazin; abrufbar unter https://www.heise.de/ct/hotline/FAQ-Werbung-im-Internet-3798284.html Für den Internetkonzern lohnt sich diese Form der Werbung: „Satte 90 Prozent der Umsätze generiere Google nach wie vor durch Online-Werbung„, so Googles Chief Business Officer Omid Kordestani. 4Aus „Womit Google am meisten Umsatz macht – und wo das Geld hinfließt“ (17.07.2015) von Andreas Weck / t3n, abrufbar unter https://t3n.de/news/womit-google-meisten-umsatz-macht-624118/ Mit jedem Klick auf einen Link einer Anzeige zahlt das zu werbende Unternehmen einen bestimmten Beitrag an Google, der von kleinen Centbeträgen bis hin zu über 40 Euro bei besonders begehrten Stichwörtern liegen kann. 5Seite 110 ff. aus „Erfolgreiches Suchmaschinen-Marketing“ (2010) von Horst Greifeneder; abrufbar unter https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-8349-8820-1 Speziell für Kinder gibt es auch Kindersuchmaschinen, die ihre Suchergebnisse ohne Werbung ausgeben.

    Bei werberelevanten Begriffen, die in die Suchleiste von Google eingeben werden, erscheint Werbung, die durch den Hinweis „Anzeige“ gekennzeichnet wird. Dadurch wird der Beitrag ganz oben auf der ersten Seite als erstes Ergebnis gelistet. Quelle: www.google.de

Bei Facebook & Co: Das soziale Netzwerk Facebook zeigt Werbung hauptsächlich an zwei Bereichen an. Zum einen direkt im Newsfeed (sowohl am Computer, als auch auf dem Handy), zum anderen auf der Website am Computer zusätzlich rechts neben dem Newsfeed. Die Anzeigen im Newsfeed benötigen oft einen Bezug zum Nutzer. „Grundlage sind hierbei die Daten der Nutzer, die diese zum Teil bewusst, aber manchmal auch unbewusst preisgeben.“ Wenn beispielsweise die Supermarktkette EDEKA für eine Anzeige auf Facebook bezahlt, wird diese Anzeige nur Nutzern angezeigt, die auf Facebook mit einer Person befreundet sind, die die Seite des Unternehmens mit einer „Gefällt mir“-Angabe markiert haben. Facebook nennt diese Form der Anzeige „Like Ads“ bzw. „Lookalike Audience„. 6https://www.facebook.com/business/help/164749007013531 Im Newsfeed steht dann beispielsweise „Max Mustermann gefällt EDEKA“ mit der nachfolgenden Anzeige. Diese Markierung der Person heißt allerdings nicht unbedingt, dass diese Person die Seite explizit vorgeschlagen hat. Die zweite Kategorie ähnelt den Anzeigen bei den Google-Suchergebnissen. Meist wird ein Werbefoto angezeigt mit einer Überschrift, einem Link und einer kurzen Beschreibung. Beide Methoden beruhen, wie bei Google, auf den Nutzerdaten. Wenn der Algorithmus von Facebook „denkt“, ein Produkt oder Unternehmen könnte den Nutzer ansprechen, so wird ihm eine entsprechende Anzeige mit höherer Wahrscheinlichkeit angezeigt. „Facebook versteigert seine Werbeflächen an den meistbietenden Werbetreibenden. Dieser zahlt entweder in Abhängigkeit der Anzahl der Klicks oder je nachdem, wie vielen Nutzern seine Werbung angezeigt wird. Das soziale Netzwerk generierte so im Jahr 2011 85 Prozent seines Umsatzes mit dem Verkauf von Werbeflächen.“ 7Aus „Der Preis des kostenlosen“ von Helena Wenninger, Thomas Widjaja, Peter Buxmann und Jin Gerlach; abrufbar unter https://link.springer.com/article/10.1365/s35764-012-0189-8 Auch andere soziale Netzwerke wie Instagram oder Twitter zeigen Werbung in ihren Newsfeeds zwischen den Beiträgen anderer Nutzer an.

Im Newsfeed von Facebook tauchen zwischen den Beiträgen von Freunden und abonnierten Seiten immer wieder bezahlte Anzeigen von Unternehmen auf. Diese sind unter dem Seitentitel durch die Anmerkung „Gesponsert“ gekennzeichnet. Quelle: www.facebook.com

Rechts neben dem Newsfeed werden abwechselnd Werbeanzeigen eingeblendet, die auf der Seite während des Scrollens fixiert sind. Auch diese Anzeigen sind als gesponserte Beiträge markiert. Quelle: www.facebook.com

 

  • Bei YouTube: Die Werbung bei YouTube ähnelt der Werbung im Fernsehen. Vor, zwischen oder nach Videos, die man sich anschauen möchte, werden Werbeclips geschaltet. Meist sind diese mit einem Link versehen, sodass man direkt zum beworbenen Unternehmen bzw. zum gezeigten Produkt gelangt. Die Werbung, die von YouTube geschaltet wird, ist auch immer durch einen entsprechenden Hinweis gekennzeichnet. In vielen Videos gibt es mittlerweile allerdings auch Schleichwerbung bzw. Produktplatzierungen, die nicht durch YouTube, sondern durch die Ersteller der Inhalte in die Videos eingesetzt werden. Einige „YouTuber„, die Produzenten der Videos, werden von Unternehmen dafür bezahlt, dass Sie ein Review eines bestimmten Produkts aufnehmen und auf die Plattform hochladen. Auch das kurze Zeigen eines Produkts in die Kamera kann den Videoproduzenten Geld einbringen, solange diese über gewisse Anzahl an Zuschauern bzw. Abonnenten verfügen. In der Kritik steht, dass solche Methoden der Werbung häufig nicht als solche gekennzeichnet sind. In manchen Fällen fällt diese Art der Produktplatzierung sogar unter Schleichwerbung, die in Deutschland unzulässig ist. 8§5a Abs. 6: https://www.gesetze-im-internet.de/uwg_2004/__5a.html und §6 Abs. 1.1: http://www.gesetze-im-internet.de/tmg/__6.html; http://www.wettbewerbsrecht-berlin.de/blog/wettbewerbsrecht/youtube-videos-und-die-kennzeichnungspflicht-von-werbung/ Unter Videos finden sich zudem häufig Affiliate-Links zu den Amazon-Produktseiten der im Video vorgestellten Produkten. Der Ersteller dieses Links wird an den Gewinnen beteiligt, wenn ein Nutzer über diesen Link ein Produkt kauft. Ob eine Kennzeichnung eines solchen Links aber tatsächlich rechtlich notwendig ist, ist derzeit noch unklar. 9https://www.affiliate-marketing-tipps.de/affiliate-links/muessen-affiliate-links-als-werbung-gekennzeichnet-werden/100298/

Neben diesen Arten der Werbeanzeigen gibt es auch noch zahlreiche weitere Formen. Auf Internetseiten oder Blogs werden häufig große Banner um den Inhalt herum oder in kleineren Quadraten angezeigt, die in den meisten Fällen dazu dienen, die Webseite zu finanzieren. In der Regel werden solche Anzeigen ebenfalls von Unternehmen wie Google (Google AdSense) ausgespielt. Dadurch wird sichergestellt, dass die Anzeigen die Content-Richtlinien von Google (etwa keine Pornografie zeigen) einhalten. 10https://support.google.com/adwordspolicy Während solche Banner relativ einfach als Werbung erkennbar sind und daher eine Kennzeichnung nicht unbedingt notwendig ist, 11„Werbung im Internet: Was sie darf und was nicht“ (18.08.2017) von Joerg Heidrich / c’t Magazin; abrufbar unter https://www.heise.de/ct/hotline/FAQ-Werbung-im-Internet-3798284.html gibt es aber auch oft Werbung im redaktionellen Bereich einer Webseite. Zeitungen oder Blogs veröffentlichen so beispielsweise Artikel, die sich auf den ersten Blick nicht von den normalen Beiträgen dieser Seite unterscheiden. Trotzdem können diese von einem Werbepartner finanziert sein und direkt oder indirekt ein bestimmtes Produkt oder Unternehmen bewerben.

Werbung entfernen

Auch wenn Werbung im Internet generell nicht als schädlich gilt, kann sie doch störend sein und vom eigentlichen Inhalt einer Internetseite ablenken. Um Werbung auf Internetseiten auszublenden, können Werbeblocker bzw. Adblocker verwendet werden, die sich als Plugin oder Add-on dem Internetbrowser hinzufügen lassen. Einige lassen auch eine erweiterte Konfiguration zu, sodass Domains ein- oder ausgeschlossen werden können. Allerdings gibt es auch Nachteile. Einige Internetseiten können die Verwendung eines Adblockers erkennen und die eigentlichen Inhalte der Seite ebenfalls ausblenden, sodass der Nutzer zur Deaktivierung des Adblockers gezwungen wird. Außerdem gelten einige Anbieter der Werbeblocker als korrupt und lassen sich von Werbeunternehmen dafür bezahlen, trotzdem ausgewählte Werbung zuzulassen, wodurch für die anderen Werbeunternehmen ein Wettbewerbsnachteil entsteht. 12„Adblock Plus Undercover: Einblicke in ein mafiöses Werbenetzwerk“ (26.06.2013) von Sascha Pallenberg, abrufbar unter https://www.mobilegeeks.de/adblock-plus-undercover-einblicke-in-ein-mafioeses-werbenetzwerk/ 13„Werbung im Internet und Beeinflussung von Suchmaschinen“ (2006) von Sven Hetmank; abrufbar unter: https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-08976-4_4

Tipps zur Vermeidung von Werbung:

  • Nicht auf Werbeanzeigen klicken, um das Sammeln von Daten zu vermeiden.
  • Den Webseiten die Verwendung von Cookies im Browser verbieten, um personalisierte Anzeigen zu vermeiden.
  • Nicht bei Google, Facebook, Amazon & Co. angemeldet bleiben, während andere Webseiten besucht werden, damit die besuchten Seiten nicht dem eigenen Nutzerkonto zugeordnet werden können.
  • Social Media-Plugins (z. B. Facebook Like Button) blockieren, damit die Anbieter überhaupt keine Daten über die Aktivitäten auf anderen Internetseiten haben. 14„Tracking und Analyse durch Facebook – Das Ende der Unschuld“ von Moritz Karg und Sven Thomsen, abrufbar unter https://link.springer.com/article/10.1007/s11623-012-0240-1
  • Vertrauenswürdige Werbeblocker im Browser installieren, damit Inhalte aus Werbenetzwerken nicht geladen werden.

Spam und belästigende Werbung über E-Mail

Bei Spam handelt es sich um E-Mails, die vom Empfänger ungewollt empfangen werden. Bei mehr als der Hälfte aller E-Mails, die verschickt werden, handelt es sich um solche Spam-Nachrichten. Im Dezember 2017 lag die Rate bei 55% 15Quelle: Statista / Symantec; abrufbar unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/446308/umfrage/spam-anteil-weltweit-in-unternehmen/. Um Spam E-Mails zu vermeiden, sollte man darauf achten, die eigene E-Mail-Adresse niemals im Klartext auf Internetseiten, die öffentlich eingesehen werden können, zu veröffentlichen. Dazu gehören beispielsweise Internetforen, Kommentarspalten von Blogs, Artikeln oder Videos sowie der Kontaktbereich einer Internetseite. Der Grund: Sogenannte Bots durchsuchen das Internet gezielt nach E-Mail-Adressen und die Bot-Betreiber verkaufen diese an Unternehmen, welche Spam verschicken. Selbst, wenn nur geschätzte 0,004 Prozent der E-Mail-Empfänger auf eine Spam-Nachricht antworten oder auf einen Link klicken, so kann der Versand trotzdem lukrativ sein. Abgesehen vom Betrieb der Mail-Server ist der Versand einer E-Mail kostenlos und auf Schwarzmärkten können beispielsweise Listen mit 50 Millionen E-Mail-Adressen umgerechnet für rund 50 Euro gekauft werden. 16Kapitel 7 aus „E-Mail und Spam“ aus „Hacking für Manager – Was Manager über IT-Sicherheit wissen müssen. Die Tricks der Hacker.“ (2011) von Tobias Schrödel, abrufbar unter https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-8349-6475-5_7

Vor Spam schützen

Leider ist es sehr schwierig, sich komplett vor dem Empfang von Spam-E-Mails zu schützen, insbesondere dann, wenn man einmal auf einer Liste gelandet ist. Trotzdem gibt es einige Maßnahmen, um Probleme mit Spam zu vermeiden:

      • Einen Spamfilter einsetzen: Web-E-Mail-Services wie zum Beispiel Google Mail, Outlook.de, YahooMail, Web.de oder GMX verfügen meist von Anfang an über einen Spam-Filter, der dafür sorgt, dass solche Nachrichten gar nicht erst ins Postfach gelangen. Auch einige Programme wie Office Outlook oder Thunderbird verfügen über automatische Filter oder es kann über Plugins eine solche Funktion nachgerüstet werden. Allerdings ist kein Spamfilter zu 100% sicher. Immer mal wieder kann es vorkommen, dass Spam-E-Mails trotz Filter in Ihr Postfach durchkommen.
      • Niemals Links einer Spam-E-Mail öffnen: Klickt man auf einen Link, so kann der Empfänger meist sehen, dass ein bestimmter Empfänger diese Mail geöffnet hat und weiß dementsprechend, dass dieses E-Mail-Konto tatsächlich existiert und regelmäßig abgerufen wird. Auch wenn in der E-Mail ein Link wie „Newsletter abbestellen“ vorhanden ist, sollte dieser nicht betätigt werden. Newsletter von seriösen Unternehmen können im Normalfall auch über das Nutzerkonto auf der Website abbestellt werden.
      • Keine Bilder anzeigen lassen: Ähnlich wie bei Links kann der Versender über verlinkte Bilder in der E-Mail herausfinden, ob eine E-Mail geöffnet wurde. Daher verstecken einige Anbieter und Programme zunächst alle Bilder einer E-Mail, bis der Nutzer explizit auf einen Button „Bilder anzeigen“ klickt. Dies sollten Sie nur dann tun, wenn Sie dem Absender vertrauen und sich sicher sind, dass es sich bei dieser E-Mail um keinen Spam handelt.
      • Aufmerksamkeit: Schauen Sie sich den Absender und den Betreff einer E-Mail genauestens an, bevor Sie sie öffnen. Unbekannte Absender, Rechtschreibfehler oder eine andere Sprache im Betreff deuten häufig auf Spam hin. Öffnen Sie außerdem nur E-Mails, die sie erwarten. Erwarten Sie in etwa kein Paket, das Ihnen von DHL zugestellt werden soll, ist es auch unwahrscheinlich, eine E-Mail von DHL über den Status ihres Pakets zu erhalten.

Um zu vermeiden, überhaupt erst auf einer Liste für Spam zu landen, gibt es außerdem folgende Tipps:

Tipps zur Vermeidung von Spam:

  • Private E-Mail-Adressen und persönliche Daten nur an vertrauliche Kontakte weitergeben und niemals öffentlich im Internet veröffentlichen.
  • Neben dem privaten E-Mail-Konto ein weiteres Konto für unwichtige E-Mails erstellen, damit das private E-Mail-Konto frei von Spam und Werbung bleibt.
  • Einweg-E-Mail-Adressen (z. B. https://temp-mail.org/de/) verwenden, um anonym zu bleiben.

Viren, Malware und schädlicher Code

Im Gegensatz zu Werbung und Spam sind Computerviren nicht nur lästig, sondern können auch sehr gefährlich sein. Im Folgenden finden Sie nun eine Übersicht, welche Auswirkungen Computerviren an ihren Endgeräten haben kann:

      • Performance verschlechtern: Viele Schadprogramme laufen unbemerkt im Hintergrund des Systems. Für normale Anwender ist es daher oft schwer zu erkennen, dass der Computer von einem Virus befallen ist. Ein Anzeichen für den Befall kann bei einigen Viren ein Performance-Verlust des Computers sein. Ist die CPU-Auslastung höher als üblich – selbst dann, wenn keine aufwendigen Programme ausgeführt werden – so kann ein Virus auf dem Computer vorhanden sein und gerade sein Werk vollbringen. Möglicherweise versucht das schädliche Programm zu diesem Zeitpunkt, sich über das Netzwerk weiterzuverbreiten oder DDoS-Attacken (Denial of Service) auszuführen, um durch sehr viele Zugriffe einen Server lahmzulegen.
      • Daten ausspionieren: Mithilfe spezieller Schadprogramme versuchen Hacker, an geheime Daten heranzukommen. Während sich diese Vorgehensweise bei Privatnutzern häufig nicht für Hacker lohnt, kann diese in der Industrie, Wirtschaft oder Politik große Auswirkungen haben. So könnte beispielsweise ein Autohersteller geheime Entwürfe eines anderen Herstellers für die nächste Autogeneration ausspionieren und dadurch größere Gewinne machen, indem es die Innovationen für die eigene Produktion ausnutzt. Aber auch Fälle von Künstlern oder Produktionsfirmen bzw. Verleihern sind bekannt. 2014 drohten Hacker Sony Pictures damit, Filme vor dem eigentlichen Kinostart im Internet zu veröffentlichen, falls das Unternehmen nicht eine bestimmte Summe an die Hacker überweist. Die unbekannten Hacker waren zuvor, am 21. November 2014, in die Server von Sony Pictures Entertainment eingedrungen und hatten bis zu 100 Terabyte Daten kopiert. 17„Warum der Sony-Hack zum GAU wurde“ (16.12.2014) von Kai Biermann und Sebastian Mondial / ZEIT-Online; abrufbar unter http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2014-12/sony-spe-hack-daten Auch wenn dies überwiegend große Unternehmen oder prominente Menschen betrifft, sollten auch Privatanwender vorsichtig mit sensiblen Daten wie Zugangsdaten zu Bankkonten und insbesondere E-Mail-Passwörtern sein. Ein sogenannter Keylogger könnte zum Beispiel ohne großen Aufwand alle Tastatureingaben unbemerkt aufzeichnen und an kriminelle Personen schicken. 18„Implementation and Embellishment of Prevention of Keylogger Spyware Attacks“ aus „Security in Computing
        and Communications“ (2013) von Mohammad Wazid, Robin Sharma, Avita Katal, R. H. Goudar, Priyanka Bhakuni und Asit Tyagi; abrufbar unter https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-642-40576-1_26
      • Daten verschlüsseln oder löschen: In der Vergangenheit gab es immer mehr Fälle, in denen private Daten von einem Virus verschlüsselt und somit unzugänglich gemacht wurden. Die Ersteller eines solchen Schadprogramms versuchen anschließend, die Opfer zu erpressen: Nur gegen Geld würden Sie einen Schlüssel herausgeben, der die Daten wieder entschlüsseln kann. Wird nicht bezahlt, so drohen die Hacker damit, die Daten komplett zu löschen. 19„Nahezu 100 Länder von Hackerangriff betroffen“ (12.05.2016), Quelle: ZEIT Online, Reuters, dpa; abrufbar unter http://www.zeit.de/digital/internet/2017-05/cyberangriff-grossbritannien-krankenhaeuser-hacker

Vor Viren schützen

Der wirksamste Schutz vor Schadprogrammen und Viren ist hohe Aufmerksamkeit bei der Verwendung des Internets, insbesondere bei der Eingabe sensibler Daten, Öffnen von E-Mails und deren Anhängen, Klicken auf unbekannte Links, Installieren von Programmen und der Nutzung von Datenträgern wie CDs, USB-Sticks und Festplatten. Zudem sollten die Systeme und Programme softwaretechnisch immer auf dem aktuellsten Stand gehalten werden, damit Sicherheitslücken möglichst schnell von den Softwareherstellern geschlossen werden können. Installieren Sie also Updates Ihres Betriebssystems, des Browsers und von Apps immer so schnell wie möglich.

Entgegen der Erwartung vieler Nutzer 20„New research: Comparing how security experts and non-experts stay safe online“ (23.06.2015) von Iulia Ion; abrufbar unter https://security.googleblog.com/2015/07/new-research-comparing-how-security.html, bieten Antivirusprogramme laut Experten bei modernen Betriebssystemen keinen wirksamen Schutz. Windows 10, Android, MacOS und iOS enthalten eigene Sicherheitsfeatures und eine ausreichend gesicherte Firewall, die die Ausführung von Schadprogrammen üblicherweise verhindern. Insbesondere die Schutzmechanismen von Internetbrowsern können bei einem installierten Antivirusprogramm nicht mehr richtig funktionieren. 21„Die Schlangenöl-Branche“ (21.12.2016) von Hanno Böck / Golem, abrufbar unter https://www.golem.de/news/antivirensoftware-die-schlangenoel-branche-1612-125148.html Der ehemalige Firefox-Entwickler Robert O’Callahan etwa warnt mittlerweile vor der Verwendung zusätzlicher Antivirusprogramme, da hierdurch neue Sicherheitslücken entstehen können und die Performance des Computers nachlässt. 22„Ex-Firefox-Entwickler kritisiert Antivirensoftware“ (31.01.2017) von Stefan Beiersmann / ZDNet; abrufbar unter http://www.zdnet.de/88287066/ex-firefox-entwickler-kritisiert-antivirensoftware/

Tipps zur Vermeidung von Viren:

  • Im Internet immer aufmerksam sein, nicht gedankenlos auf unbekannte oder fragwürdige Links klicken.
  • Nur die nötigste Software installieren und diese durch Updates auf dem neuesten Stand halten, um Sicherheitslücken zu vermeiden.
  • Programme und Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen installieren. Als sichere Quellen gelten in der Regel die App-Stores der jeweiligen Betriebssysteme. (Apple App Store, Google Play Store, Microsoft Store für Windows)
  • Beim Öffnen von Dateien und der Ausführung von Programmen auf die Dateiendung achten. Bei einer Datei mit der Endung ‚.exe‘, ‚.bat‘, ‚.cmd‘ oder ‚.com‘ handelt es sich um ein ausführbares Programm, das schädlichen Code enthalten kann.
  • Updates für das Betriebssystem immer sofort installieren. Die meisten Hersteller bieten mittlerweile eine Funktion, die Updates automatisch installiert, diese sollte aktiviert sein.
  • Einen modernen Browser verwenden, der selbst vor gefährlichen Internetseiten warnt, schädlichen Code nicht ausführt und Pop-Ups blockiert.
  • Regelmäßig Backups der wichtigsten Daten erstellen, um bei einer Infektion keine Dateien zu verlieren.

Quellen & Literatur

Onlinequellen: s.u.

Literatur: s.u.

Quellen   [ + ]

1. Aus „Entwicklung der Onlinenutzung in Deutschland 1997 bis 2017“ von ARD und ZDF, abrufbar unter http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/onlinenutzung/entwicklung-der-onlinenutzung/
2. Aus „Der Preis des kostenlosen“ von Helena Wenninger, Thomas Widjaja, Peter Buxmann und Jin Gerlach, abrufbar unter https://link.springer.com/article/10.1365/s35764-012-0189-8
3. Aus „Werbung im Internet: Was sie darf und was nicht“ (18.08.2017) von Joerg Heidrich / c’t Magazin; abrufbar unter https://www.heise.de/ct/hotline/FAQ-Werbung-im-Internet-3798284.html
4. Aus „Womit Google am meisten Umsatz macht – und wo das Geld hinfließt“ (17.07.2015) von Andreas Weck / t3n, abrufbar unter https://t3n.de/news/womit-google-meisten-umsatz-macht-624118/
5. Seite 110 ff. aus „Erfolgreiches Suchmaschinen-Marketing“ (2010) von Horst Greifeneder; abrufbar unter https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-8349-8820-1
6. https://www.facebook.com/business/help/164749007013531
7. Aus „Der Preis des kostenlosen“ von Helena Wenninger, Thomas Widjaja, Peter Buxmann und Jin Gerlach; abrufbar unter https://link.springer.com/article/10.1365/s35764-012-0189-8
8. §5a Abs. 6: https://www.gesetze-im-internet.de/uwg_2004/__5a.html und §6 Abs. 1.1: http://www.gesetze-im-internet.de/tmg/__6.html; http://www.wettbewerbsrecht-berlin.de/blog/wettbewerbsrecht/youtube-videos-und-die-kennzeichnungspflicht-von-werbung/
9. https://www.affiliate-marketing-tipps.de/affiliate-links/muessen-affiliate-links-als-werbung-gekennzeichnet-werden/100298/
10. https://support.google.com/adwordspolicy
11. „Werbung im Internet: Was sie darf und was nicht“ (18.08.2017) von Joerg Heidrich / c’t Magazin; abrufbar unter https://www.heise.de/ct/hotline/FAQ-Werbung-im-Internet-3798284.html
12. „Adblock Plus Undercover: Einblicke in ein mafiöses Werbenetzwerk“ (26.06.2013) von Sascha Pallenberg, abrufbar unter https://www.mobilegeeks.de/adblock-plus-undercover-einblicke-in-ein-mafioeses-werbenetzwerk/
13. „Werbung im Internet und Beeinflussung von Suchmaschinen“ (2006) von Sven Hetmank; abrufbar unter: https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-08976-4_4
14. „Tracking und Analyse durch Facebook – Das Ende der Unschuld“ von Moritz Karg und Sven Thomsen, abrufbar unter https://link.springer.com/article/10.1007/s11623-012-0240-1
15. Quelle: Statista / Symantec; abrufbar unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/446308/umfrage/spam-anteil-weltweit-in-unternehmen/
16. Kapitel 7 aus „E-Mail und Spam“ aus „Hacking für Manager – Was Manager über IT-Sicherheit wissen müssen. Die Tricks der Hacker.“ (2011) von Tobias Schrödel, abrufbar unter https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-8349-6475-5_7
17. „Warum der Sony-Hack zum GAU wurde“ (16.12.2014) von Kai Biermann und Sebastian Mondial / ZEIT-Online; abrufbar unter http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2014-12/sony-spe-hack-daten
18. „Implementation and Embellishment of Prevention of Keylogger Spyware Attacks“ aus „Security in Computing
and Communications“ (2013) von Mohammad Wazid, Robin Sharma, Avita Katal, R. H. Goudar, Priyanka Bhakuni und Asit Tyagi; abrufbar unter https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-642-40576-1_26
19. „Nahezu 100 Länder von Hackerangriff betroffen“ (12.05.2016), Quelle: ZEIT Online, Reuters, dpa; abrufbar unter http://www.zeit.de/digital/internet/2017-05/cyberangriff-grossbritannien-krankenhaeuser-hacker
20. „New research: Comparing how security experts and non-experts stay safe online“ (23.06.2015) von Iulia Ion; abrufbar unter https://security.googleblog.com/2015/07/new-research-comparing-how-security.html
21. „Die Schlangenöl-Branche“ (21.12.2016) von Hanno Böck / Golem, abrufbar unter https://www.golem.de/news/antivirensoftware-die-schlangenoel-branche-1612-125148.html
22. „Ex-Firefox-Entwickler kritisiert Antivirensoftware“ (31.01.2017) von Stefan Beiersmann / ZDNet; abrufbar unter http://www.zdnet.de/88287066/ex-firefox-entwickler-kritisiert-antivirensoftware/
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