Computerspielsucht

aktualisiert am 10. Juli 2019

Video zur Computerspielsucht

Durch die fortschreitende Digitalisierung besitzt heutzutage fast jeder Haushalt einen oder mehrere Computer, wodurch der Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen einen immer größer werdenden Anteil bei der Freizeitgestaltung einnimmt. Das Risiko einer Computerspielsucht wird daher immer größer und gewinnt zunehmend an Brisanz.

Merkmale der Computerspielsucht

Menschen gelten als computerspielsüchtig, wenn ihr Lebensinhalt hauptsächlich aus Computerspielen besteht, nicht etwa, weil es ihnen Spaß macht, sondern weil es für sie zum Zwang geworden ist. Das Computerspielen hat für die Betroffenen eine übergeordnete Bedeutung, wodurch sich ihr Verhaltensmuster im Alltag sehr einengt. Zugunsten des Konsums von Computerspielen werden andere Interessen oder Aktivitäten ganz eingestellt und scheinen keinerlei Attraktivität mehr zu bieten. Beispiele hierfür sind die Vernachlässigung des Essens, Schlafmangel, Freunde, Familie, Schule und sowohl körperliche als auch häusliche Hygiene. Ein besonders hohes Suchtpotenzial haben sie sogenannten MMORPGs oder auch Massively Multiplayer Online Role-Playing Games, bei denen man mit anderen Spielern zusammen Abenteuer und Aufgaben bestreiten kann. Diese Spiele üben zudem auch einen gewissen Druck auf den Spieler aus, da es immer etwas zu tun gibt entsteht das Gefühl oder besser gesagt eine Art Zwang immer online zu sein, um alles zu schaffen und nichts zu verpassen. Es ist jedoch zu beachten, dass nicht jeder als Computerspielsüchtig gilt, der gerne ein online Rollenspiel spielt. Besorgniserregend wird es erst dann, wenn die genannten Symptome auftreten.

Ursachen

Bei vielen Spielen wird eine bestimmte Hirnstruktur des Menschen positiv beeinflusst, eine entscheidende Rolle spielt dabei das sogenannte Belohnungssystem. Es zeigt uns an, was uns gefällt oder guttut. Folglich bauen Entwickler der Spiele daher auch Belohnungssysteme in ihre Spiele ein, um ein möglichst großes Publikum anzusprechen und ihre Kunden möglichst lange an sich zu binden. Durch bestimmte Aktivitäten im Spiel wird der Konsument belohnt, was ihn dazu motiviert weiterzuspielen. Menschen mit einem schwachen Selbstwertgefühl sind besonders oft von einer Computerspielsucht betroffen, da das erlangen von Prestige in der virtuellen Welt wesentlich leichter ist als in der realen Welt. Des Weiteren wird oftmals das Gefühl von Gruppenzugehörigkeit vermittelt, da sich wie schon erwähnt, Spieler oft in Gruppen organisieren müssen, um bestimmte Aufgaben zu bewältigen. Eine weitere Ursache warum Menschen der Computerspielsucht verfallen, ist die Stressbewältigung. Viele Menschen versuchen durch den Konsum von Spielen psychische Probleme wie zum Beispiel Depressionen zu bewältigen. In der virtuellen Welt kann der Spieler den Stress, Frust oder Ärger, mit welchem er in der realen Welt konfrontiert wird, vergessen. Jedoch geraten diese Menschen oftmals in einen Teufelskreis, da sie durch den zunehmenden Computerspielkonsum Freunde und Familie oder gar den Arbeitsplatz verlieren, auf der anderen Seite aber immer mehr Prestige in ihrer virtuellen Welt gewinnen.

Kriterienkatalog zur Verhaltensbeobachtung:

Unter folgendem Link erhalten Sie Zugang zu einem Kriterienkatalog, mit dessen Hilfe Sie das Verhalten ihres Kindes gegenüber Computerspielen beobachten und einschätzen können.

 www.verlag-hanshuber.com/downloads/computerspielsucht.

 Quellen:

M.Grüsser, Sabine/Thalemann, Ralf (2006): Cmputerspielsüchtig? Rat und Hilfe. Bern: Verlag Hans Huber.

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